MS Rhein
MS Rhein

Vorbild

Das Großmotorschiff Wappen von Köln passiert die Pfalz bei Kaub.

Die Wappen von Köln (sie hieß anfangs Rhein) wurde 1966 auf Kiel gelegt. Sie ist das vierte und letzte Schiff ihrer Bauart und zählte lange Zeit als das größte Passagierschiff auf Europas Binnengewässern. Sie misst 92,50 Meter in der Länge und 15,85 in der Breite. Dabei verdrängt sie etwa 700 to Wasser. Zur Zeit ihrer Entstehung ging es der Reederei KD sehr gut. Das ganze Land labte sich am Wirtschaftswunder und die KD selber besaß noch 8 Dampfschiffe, 12 Passagierschiffe und 5 Kabinenschiffe, die in der nächsten Zeit einen beträchtlichen Zweig des Unternehmens bilden sollten. 5 Jahre später folgte noch das Tragflügelboot Rheinpfeil.

Das Schiff hat eine unspektakuläre Geschichte - will sagen, es funktionierte immer einwandfrei. 1978 bekam es - wie einige andere Schiffe der KD auch - einen neuen Anstrich. Gott sei Dank bewährte sich dieser nicht und wurde bereits ein Jahr später wieder entfernt (puh, das war knapp).

1985 wurde bei der KD ein neues Schiff in Dienst gestellt: die Drachenfels. Da bereits das Schwesterschiff der Rhein diesen Namen trug, löste dies einen Dominoeffekt aus und die Rhein wurde in Wappen von Köln umbenannt. Allerdings hat das Schiff keine zweite Taufe abgekriegt (war wohl billiger).

Ende der 90ger Jahre stand es schlecht um die KD. Die Reederei stieß die Kabinenschiffe ab und konzentrierte sich auf die Tagesschifffahrt. Zu diesem Zweck wurden einerseits die Flotte erneuert und andererseits Werbeverträge geschlossen. Die Wappen von Köln erhielt 2001 diesen maximal hässlichen Anstrich.

Die Zeiten erforderten keine großen Schiffe mehr und so trennte sich die KD von drei der vier Großmotorschiffen. 2008 ist die Wappen von Köln bei Königswinter unterwegs. Im Juli 2012 verschwindet das Schiff vom Rhein. Vermutlich wird es verschrottet.

Der vordere Salon im Oberdeck verfügt über die für dieses Schiff charakteristischen Panoramafenster.

Die Wappen von Köln wird über zwei Voith-Schneider-Propeller angetrieben. Dabei handelt es sich um eine sich drehende Platte mit senkrecht darauf angebrachten Flossen. Diese zeigen nach unten und drehen sich im Kreis. Dabei verdrehen sie sich in sich noch komisch und es entsteht Vortrieb in die gewünschte Richtung. Diese ist frei einstellbar und genau das verhalf dem Antrieb zum Durchbruch. Dieses System wurde bei der KD seit dem zweiten Motorschiff genutzt und bestimmte bis zur Einführung des Schottel-Propellers den Binnenschiffbau. Noch nutzen die Schiffe auf dem Bodensee diese Technik. Die Wappen von Köln verfügt über 2 12-Zylinder-Motoren mit zusammen 2000 PS. Die Propeller sind seitlich in der Schiffsmitte untergebracht. Dadurch kann das Schiff praktisch seitwärts fahren und auf der Stelle drehen. Das Bild zeigt die Propeller des Schwesterschiffs Berlin.

Hier wird die Wirkungsweise nochmal verdeutlicht (hoffentlich). Mehr darüber findet man in der Wikipedia. Der Hersteller verfügt über einen coolen <a href = "http://www.voithturbo.com/de-pua-marine-vspropeller-demprogramm.php" target="_blank">Simulator</a>

Im Ruderstuhl der Wappen von Köln spürt man die solide Technik der sechziger Jahre. Die zwei Hebel steuern die Voith Schneider Propeller in Vorwärtsrichtung. Um sie zu bewegen ist ordentlich Kraft nötig. Seitwärts werden beide VSPs synchron mit Hilfe des dritten Hebels bewegt.

Im Maschinenraum arbeiten die beiden 12-Zylinder-Maschinen mit je 1000 PS pausenlos. Die Propeller drehen sich also ununterbrochen. Nur wenn die Flügel verstellt werden erzeugen sie Vortrieb.

2011 ist die Wappen von Köln in Koblenz unterwegs um Stadtrundfahrten für die Bundesgartenschau anzubieten.

Am 14. Juli 2012 absolviert die Wappen von Köln bei den Kölner Lichtern ihre letzte Planfahrt. Ihre Zukunft ist ungewiss...

Modell 1 - Bau

Die Grundplatte und das Heck sind fertig. Als nächstes werden das Deck und die Seitenteile vorbereitet. Das Deck liegt bereits unter der Grundplatte. Es wird zusammen mit dieser geschliffen (vorne natürlich nicht, das Deck soll ja vorstehen).

Die Seitenteile im Bau. Das Unterdeck ist bereits fertig und getrennt. Die Oberdeckteile sind noch zusammengeklebt und werden gemeinsam geschliffen.

Die Inneneinrichtung ist bereits so gut wie fertig. 1000 Sitzplätze herzustellen ist immer ein Zeit- und Nervenaufwand!

Die Kommandobrücke ist fertig. Auf ihrem Dach ist das sich drehende Radar. Auf der Steuerbordseite befindet sich die blaue Flagge, die für Schiffe eine Art Blinker darstellt.

Modell 1 - Auf See

MS Wappen von Köln passiert Pfalzgrafenstein.

11. Juni 2006: Die Wappen von Köln absolviert auf den Weihern ihre Jungfernfahrt.

06. September 2006: Wappen von Köln entfernt sich von der Anlegestelle.

09. Oktober 2006: Sonderfahrt nach Pfalzgrafenstein.

12. Mai 2008: Wappen von Köln nach einem großen technischen Umbau wieder auf See am Ortspark.

Am 12. September 2009 befährt das Modell zum ersten Mal sein Heimatgewässer, den Rhein

Ein paar Minuten später treffen sich Modell und Vorbild.

Am 10. Juni 2011 treffen sie sich erneut bei Koblenz

Im Herbst 2011 im Hachinger Tal

Saisoneröffnung im März 2012

Modell 1 - Technik

Das Modell hat den Maßstab 1:100. Daraus ergeben sich folgende Daten: Länge: 92.5 cm Breite: 16 cm Tiefgang: 4 cm (nicht vorbildgerecht) Gewicht: ca. 3.5 kg Antrieb: 2 Schrauben (nicht vorbildgerecht) Sonderfunktionen: Licht, Radar, Sound Das Modell basiert auf Fotos und Decksplänen, die die KD auf ihrer Homepage bereitstellt. Erst später fand ich an Bord den hier gezeigten Generalplan.

Bei der Wappen von Köln wollte ich ein austauschbares Modul entwerfen. Einen Kasten, der alle Technik beinhaltet und in späteren Projekten ebenfalls einfach eingesetzt werden kann. Dieser Kasten hat drei Fahrtregler, einen Mixer, einen Empfänger und einen 7-Kanal-Schalter und eine Schiffshupe. 2010 habe ich die ganze Flotte mit austauschbaren Modulen ausgerüstet. Allerdings jeweils ein Modul für Fahrtregler und für Schalter etc.

in der Schiffsmitte befinden sich auf den Seiten die Motoren und dazwischen normalerweise der Akku (12V, 2.3 Ah)

dasselbe von unten gesehen. Die beiden Schrauben befinden sich schiffsmittig und weit außen. Dadurch kann die Wappen von Köln - wie die Orion auch - auf der Stelle drehen.

Als ich das Modell gebaut habe, wusste ich nicht, dass das Original über Ruder verfügt. Dennoch habe ich zwei Ruder vorgesehen und wie sich herausstellte, war das das einzig richtige, da das Schiff nur mit den Schrauben sehr schwer zu steuern ist. Das Original hat tatsächlich vier Ruderblätter.

Modell 2 - Auf See

Sonntag, 2. Oktober 2011: Stapellauf! Der erste Test des Antriebs war heiß herbeiersehnt und doch ernüchternd. Die Motoren laufen bei 12V einfach zu langsam und das Schiff kommt nicht gegen die Strömung an.

Bei der zweiten Fahrt wurden 12 Volt eingesetzt und siehe, damit macht das alles schon mehr Spaß.

Zwei Monate gingen ins Land und am Schiff hat sich viel getan. Zunächst die Aufbauten, aber auch an der Technik ist viel passiert. Vor allem wurden die Motoren ausgetauscht. Jetzt fährt das Schiff mit 8V und erreicht trotzdem eine optimale Geschwindigkeit. Die Ansteuerung der Voith-Schneider-Propeller wurde ausgetauscht, da sie immer unter großer Spannung stand. Das Schiff litt leider unter verklemmten Propellern. Bei den darauffolgenden Wartungsarbeiten wurden die Propeller komplett demontiert und ausgespült. Danach liefen sie wieder super. Nur das Laub ist ein Problem weil es sich sofort in den Propellern festbeißt und die Wirkung sehr einschränkt.

Den neuen Motoren folgte eine erheute Umstellung der VSP-Ansteuerung. Jetzt sind die Gestänge vollständig voneinander getrennt und haben neue Servos bekommen. Außerdem wurde der Trimm der Servos angepasst

Treffen der beiden Modelle auf dem Hachinger Bach

Zu Gast auf dem Müncher Olympiasee teilt sich das MS Rhein das Revier mit den Tretbootfahrern

Die beiden Modelle zusammen mit dem Original im Hafen Niehl

MS Rhein auf dem großen Strom am Drachenfels - allerdings nicht ferngesteuert. Zu gefährlich.

MS Rhein hat ihre Linienfahrt beendet und wartet darauf, dass MS Drachenfels den Anleger freigiebt.

Der kleine Rheinpfeil überholt MS Rhein

Modell 2 - Technik

Das Modell hat den Maßstab 1:50. Daraus ergeben sich folgende Daten: Länge: 185 cm Breite: 31.7 cm Tiefgang: 5 cm (nicht vorbildgerecht) Gewicht: ca. 12 kg Antrieb: 2 Voith-Schneider-Propeller, 2 Schrauben (nicht vorbildgerecht), Bugstrahlruder (nicht vorbildgerecht) Sonderfunktionen: Licht, Sound, Radar, versenkbares Ruderhaus und Schornstein, Rauch, Anlegemechanismus, Türen Das Modell basiert auf Plänen aus dem Buch "Die Personenschifffahrt auf dem Rhein" von E. Bündgen. Außerdem flossen Erfahrungen aus dem Bau von Modell 1 sowie Besuchen an Bord ein. Während der Bauphase bekam ich einen Generalplan, der dem hier fotografierten ähnlich ist.

Der Antrieb erfolgt vorbildgerecht mit Hilfe zweier mittschiffs angeordneten Voith-Schneider-Propeller. Diese stammen von der Firma Graupner und sind für dieses Modell etwas zu groß.

Graupner VSP Wartung

So wartungsarm wie Graupner behauptet sind die VSP-Antriebe leider nicht. Bei Fahrt in flachem Wasser saugt der Antrieb sich regelrecht am Grund fest und feinste Sandpartikel machen es sich in der Kinematik des Antriebs gemütlich. Auf dieser Seite wird beschrieben, wie man - natürlich auf eigenes Risiko - den Antrieb demontiert. Eine Wartung ist dann nötig, wenn der Antrieb bei Ausschlag viel lauter wird als im Leerlauf. Spätestens, wenn die Servos beim Ansteuern schwer keuchen, wird es höchste Zeit. Also: Nur Mut, und los geht's!

Schritt 1: Entfernen der Ansteuerung. Das schwarze Plastikteil lässt sich mit sanfter Gewalt leicht lösen. Der Profi hat das sowieso schon durch einzelen Kugelegelenkköpfe ersetzt. Danach wird die Madenschraube ausgeschraubt

Schritt 2: Entfernen des Keilriemens und Abschrauben des Zahnrads.

Schritt 3: Den Radkörper nach unten aus dem Boot drücken. Wenn sich nichts rührt, muss man etwas Gewalt anwenden. Wenn dort irgendetwas im Weg sein sollte (z.B. hat der Parat unter den Antrieben eine zusätzliche Bodenplatte ), muss man in den Sauren Apfel beißen und den Brunnen zuerst komplett aus dem Boot abschrauben.

Schritt 4: Radkörper aufschrauben. Zum Vorschein kommt die fünfeckige Steuerscheibe und für jeden Flügel ein Ausleger.

Schritt 5: Abnehmen der Ausleger. Diese sind nur aufgesteckt und können mit einem Hebel - z.B. Schraubendreher - leicht abgezogen werden. Beim Wiederaufsetzen muss man aufpassen, wie die kleinen weißen Blöcke ausgerichtet sind. Die dünnste Wand zeigt zum Flügel!

Schritt 6: Herausnehmen der fünfeckigen Steuerscheibe. Diese ist nur aufgesteckt und rutscht auf einem runden Plastikstück hin und her. Bei letzterem aufpassen, wie rum es im Radkörper liegt.

Schritt 7: Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann auch die Flügel noch ausbauen. Sie sind durch Scheiben gesichert.