MS Antares
MS Antares

Vorbilder

MS Antares besteht aus Elementen verschiedener Schiffe. Die Bugpartie zum Beispiel stammt von den schnellen Autofähren vom Typ Sea cat. Diese sind inzwischen häufig anzutreffen.

Die Idee eines Katamarans sowie der Einstiegsbereich mit der Treppe stammen von der Filia Rheni, die in Bonn beheimatet ist.

Der Hauptteil des Schiffskörpers stammt von der Rheingold, die in Koblenz stationiert ist.

Von der Drachenfels habe ich das Design der Kommandobrücke abgeschaut.

Wenn man das alles zusammensetzt kommt dieses Puzzle heraus

Antares I

MS Antares auf ihrer vierten Fahrt im März 1998.

Eine weitere Fahrt. Diesmal ist mir der Sprit ausgegangen und ich musste hinterher.

Das Modell im letzten Zustand. Seitdem war es nie mehr auf See. Da ich die Antares jetzt neu baue, wird dieses Modell wohl auch nicht mehr auf See geschickt werden.

Hier ist nochmal ein Blick ins Innnleben: Der Empfänger ist zwar schon nicht mehr drin, aber die Servos für die Lenkung und die Fahrtregelung (vorwärts-stop-rückwärts über so einen schlechten Kippschalter. Naja, musste halt billig sein...) und unten erkennt man die Auspuffrohre, die mir als Ausguss für eingedrungenes Wasser dienten

Antares II - Bau

Tag 1: Mittwoch, 30.07.2003: Seit 2 Wochen liegen die ersten Teile fertig aufgezeichnet im Zimmer und schreien:"Säg mich aus!". Nachdem ich mit der Goethe erstmal fertig bin, geht's endlich los. Als erstes habe ich das Hauptdeck und die Trennwand zum Maschinenraum ausgesägt und geschliffen. Danach noch zusammengeklebt und auf die Unterseiten Leisten geklebt, an die später die Bordwand kommt. Mehr hab ich an dem Tag nicht geschafft, es war doch schon Abend, als ich angefangen habe (wie immer halt).

Tag 2: Donnerstag, 31.07.2003: Das Heck wurde probeweise aus einem Holzklotz grob geschliffen. Das sah auf Anhieb so gut aus, dass ich es so eingebaut habe (das Holz war nicht sooo schwer). Die beiden Endstücke der Rümpfe habe ich auch aus Klötzen geschliffen. Der Steuerboardklotz beherbergt die Schalter für das Licht und den Empfänger. Außerdem 4 Anschlüsse, die sich später als nutzlos erwiesen haben (wieder nicht anständig nachgedacht). Den Klotz hat's auch gleich zerfetzt, also musste ich ihn nochmal fräsen. Dann kam der hässliche Part: Das Verlegen des Kabelbaumes. Fünf Adern sind dabei, die in den beiden Rümpfen und steuerboard achtern (im Klotz) abzugreifen sind. Das habe ich mir genial ausgedacht: 2 Adern für die 7,2 Volt Spannung, 2 Adern für die Motoren und eine Ader für das Licht. Im Nachhinein ist mir eingefallen, dass ich sowohl für den Motor als auch für die Batterien keine Parallel- sondern eine Seriellschaltung vorgesehen habe. Folglich war meine geniale Idee völlig nutzlos. Im Gegenteil, ich musste später noch eine Ader von einem Rumpf zum nächsten legen. Die Doppelrümpfe haben ihre Unterseiten bekommen, dazu die Leisten für die Bordwand, die gleichzeitig die Rinne für die Batteriewannen bilden. Nötig waren dazu auch die beiden vorderen Schotten. Die Motoren wurden eingebaut und die Rumpfleisten nach hinten eingeklebt.

Tag 3: Freitag, 01.08.2003: Das war kein guter Tag. Eigentlich bin ich kaum vorwärts gekommen. Nur die Verstrebungen am Heck habe ich geklebt. Das hat ständiges Schleifen benötigt, und dann musste ich die Streben doch immer wieder versetzen. Außerdem hat sich an dem Tag gezeigt, dass die Goethe einen zu hohen Schwerpunkt hat und ständig kentert :( Das Einzige, was ich geschafft habe, waren die beiden Seitenteile des Hauptdecks. Dabei habe ich folgenden bewährten Trick benutzt: Ich habe (da ich ja zwei identische Teile benötige) zwei Holzplatten an den Ecken zusammengeklebt, auf eine das Teil gezeichnet und dann beide gleichzeitig ausgesägt. Die Fenster habe ich grob mit der Oberfräse ausgefräst und danach mit dem Schraubstock gefeilt. Danach musste die Innenseite mit Wasserfarben lackiert werden und die Fensterrahmen mit resistentem Lack. Danach wurden Scheiben aus alten CD-Hüllen grob ausgeschnitten und von innen mit Sekundenkleber aufgesetzt. Später wurden die überstehenden Fenster einfach mit abgeschliffen (ein Bandschleifer ist Gold wert). Später habe ich noch die Batteriewannen vorbereitet.

Tag 4: Samstag, 02.08.2003: So oft, wie heute habe ich noch nie zum Lötkolben gegriffen. Nachdem ich gestern Nacht noch die vordere Inneneinrichtung designt habe, habe ich diese heute früh ausgeschnitten, lackiert und mit Dioden und Widerständen versehen. Die 'Antares' hat ein Bordsystem von 7,2 Volt. Das erlaubt bis zu vier Dioden in Reihe. Ich habe mich für drei entschieden, falls die Spannung bei Fahrt zusammenbricht. Außerdem haben Tests ergeben, dass 3 Dioden heller leuchten als 4 in einer Reihe. Der Nachteil daran ist, dass jede Reihe einen eigenen Widerstand benötigt. Dann habe ich das Hauptdeck mit Wasserfarben angemalt. Auf Teppich drucken hatte ich keine Lust, lohnt den Aufwand nicht. Außerdem hatte ich keine Gute Idee für ein Motiv, einheitliches Blau tut's auch. Den Rest des Tages habe ich mit Fräsen der Inneneinrichtung verbracht. Kaum fertig, wurden diese Teile mit Dioden und Widerstand versehen und an das Stromsystem gelötet. Das ging natürlich nicht immer glatt. Dioden funktionieren ja nur in einer Stromrichtung. Klar, dass ich auch mal die falsche erwischt habe und alles umlöten musste. Zum Glück hatte ich das Stromsystem schon installiert. So langsam lichtet sich das Kabelchaos in den Rümpfen. Ab und zu habe ich die Kabel unter die Decke geklemmt. Das verhindert ungewolltes Abreißen. Zum Glück verschwindet das alles später hinter der Bordwand - Jeder Elektriker würde sich im Grabe umdrehen, wenn er sähe, was ich da zusammengepfuscht habe. Nachdem die Einrichtung fertig war, konnte die gestern vorbereitete Fensterfront angeklebt werden. Jetzt macht das Modell langsam was her.

Tag 5: Sonntag, 03.08.2003: Es sieht zwar nicht so aus, aber es ist doch vorwärts gegangen. Abgesehen von Kurzschlüssen in den Diodenstromkreisen (die ich dann rausbrechen, reparieren und wieder einkleben musste), habe ich die inneren Bordwände und die hinteren Unterseiten geschafft. Das ist immer eine Viecherei, weil das alles rundgebogen wird und deswegen sehr lange zum Trocknen braucht. In der Zeit konnte ich eine kleine Bank (1cm lang) basteln mit Diode und Widerstand drin. Davon werde ich noch viele bauen dürfen (oh Gott...). Zeit genug für die ersten fünf Tische war auch...

Tag 6: Dienstag, 05.08.2003: Langsam nimmt das Boot Form an und bald ist es zumindest schwimmfähig. Heute habe ich das Zwischendeck gebaut, lackiert und eingeklebt. Dazu gleich das Oberdeck, das später genau draufpassen muss. Das Heck ist aufgeklebt und der Bug ist auch soweit. Morgen kann ich die schon vorbereiteten Seitenteile aufkleben.

Tag 7: Sonntag, 10.08.2003: Die letzten Tage habe ich immer nur einen Handgriff oder so gemacht, jetzt ist die ganze Rechnung mit den Tagen völlig daneben gegangen. Sie wird auch demnächst in die Hose gehen, weil morgen die kombinierte Lern-Schwimmbad-Phase eintritt und ich dann nur noch abends in der Werkstatt bin (außerdem ist Innenausbau frustrierend langwierig) Naja, jedenfalls habe ich Mittwoch die Seitenteile angeklebt (und bin dann den ganzen Tag unterwegs gewesen), Freitag habe ich dann weiß lackiert und Samstag schwarz. Das ist natürlich nicht einwandfrei geworden. Ein paar Lacktropfen haben sich quer über den Schiffsrumpf verteilt. Also demnächst ausbessern, gnarf... Tatsächlich heute habe ich die Antriebswellen eingebaut und die Ruder sind auch fertig. Es mangelt nur an Ruderarmen und M2-Muttern. Besorgen, einbauen, fertig! Den ersten Badewannen-Schwinntest hat die 'Antares' nun auch hinter sich. Es sieht doch tatsächlich so aus, als käme ich mit dem Gewicht hin. Wenigstens etwas! Danach begann der langweilige Part: Oberdeck streichen und die ersten Bänke basteln und einbauen. Das ist ein Gepfriemel mit den Dioden und den Widerständen in 10x10x4mm großen Schächten. Aber noch funktioniert das Ganze. Das wird jetzt noch ein, zwei Wochen so weitergehen bis was anderes gemacht werden kann. Na Prost Mahlzeit...

Tag 8/9: Samstag/Sonntag, 16/17.08.2003: Eine Woche später: jeden Abend habe ich ein paar Handgriffe gemacht und diesen Samstag und Sonntag wieder komplett in der Werkstatt verbracht. Jetzt sind alle Bänke fertig (sind immerhin 17 Stromkreise). Fehlt also nur die Bar mit ein paar Dioden und vorne eine Diode. Morgen muss ich Widerstände besorgen und dann wird der Innenausbau mit Licht abgeschlossen.

Tag 10: Rosenmontag, 23.02.2004: Von wegen morgen! Ich weiß zwar nicht genau, warum, aber ich muss wohl unterbrochen haben. Könnte mit der Universität und meinem down-under-Urlaub zusammenhängen. Naja, jetzt geht es jedenfalls weiter. Dummerweise fehlt mir immernoch das getönte Plastik für den Innenraum, aber die letzten Tage habe ich doch wenigstens die Scheiben und heute das Sonnendeck machen können. Der Servo ist jetzt auch in Stellung und die Ruder klar. Aber ich brauche jetzt endlich dieses verdammte Plastik!

Tag 11: Faschingsdienstag, 24.02.2004: Ein bisschen schleppend geht es voran, aber immerhin habe ich heute die Kommandobrücke gebaut, und die ist ja doch etwas kniffeliger. Das Beste ist jedoch, das die Antares tatsächlich einen Skipper abbekommen hat - mich! (Mit Heiligenschein... hoffentlich funktioniert der auch, das Schiff soll doch immer gute Fahrt haben).

Tag 12: Aschermittwoch, 25.02.2004: Fasching ist vorbei, der Schiffsbau noch lange nicht. Die Kommandobrücke hat den letzten Schliff bekommen (nach der Fensterputzaktion) und die Masten für die Zierschnur später. Zeitraubend war auch die Lackierarbeit im Inneren. Die Decke war heute dran. Ein lästiges Unterfangen, das man wohl auch kaum wahrnehmen wird. Aber was soll's, ich bin halt Perfektionist bei den Schiffen...

Tag 13: Donnerstag, 26.02.2004: Heute ging es an den ganzen Rest. Zumindest soweit möglich, denn immernoch fehlt mir das Plastik, aber immerhin ist auch das unterwegs. Also blieb für heute nur die Bar mit Beleuchtung übrig. Die Frontscheibe will ich erst am Schluss einkleben. Sie ist zwar schon vorbereitet, aber je länger das Holz in die Krümmung gezwungen wird, desto besser...

Tag 14: Samstag, 08.05.2004: Nix war's mit dem getönten Plastik. Egal, jetzt habe ich die Innenausstattung beendet. Leider nur mit farblosen Scheiben, aber man sieht es ja sowieso nicht wirklich. Nach dem Einbau der Tische stand dem Aufkleben des Decks eigentlich nichts mehr im Wege... außer den Wackelkontakten bei den LED's. Die habe ich auch nicht abwürgen können... aber einen Wutanfall habe ich bekommen. Viel hätte nicht gefehlt und ich hätte mit dem Hammer nachgeholfen. So hat es nur der Hocker abbekommen, der quer durch die Werkstatt geflogen ist... Naja, ein LED habe ich ersetzt und somit einen Stromkreis gerettet. Zwei weitere habe ich aufgegeben. Auch das wird man ja kaum sehen. Also das Deck aufgeklebt, die Positionslichter angelötet (wenigstens funktionieren die) und über Nacht in den Schraubstock...

Tag 15: Sonntag, 09.05.2004: ...jetzt musste nur noch die Reling am Heck angeklebt werden - 'nur'. Solange man keine Kraftfelder oder Flux-Kompensatoren zu Hause hat, muss man sich immernoch mit Schraubstöcken rumärgern, aber beim dritten Versuch hat es endlich geklappt. Das Lackieren war dann auch mehr oder weniger schnell gemacht (wie immer mit den unvermeidlichen Verlusten an Fenstern :-( ).

Antares II - Auf See

Jungfernfahrt im Morgenlicht am 10. Juni 2004.

Die zweite Fahrt fand eine Woche später statt und erneut im Morgengrauen.

MS Antares im Herbst 2004 auf dem großen Teich

Sonderfahrt zu Pfalzgrafenstein.

Unterwegs im Hachinger Tal

Herbst 2011

Antares II - Technik

Die Antares II hat zwei Schrauben, Durchmesser 30mm, Steigung 16mm, 3-Blatt. Daran hängt je ein Motor mit 1.4Watt im Direktantrieb. auf dem Maßstab umgerechnet ergibt das eine Gesamtleistung von 3800PS.

Der Blick in den Motorraum zeigt links den gelben Fahrtregler. In der Mitte der blaue Micro-Servo und rechts daneben der Empfänger. Diese Bauteile packe ich normalerweise mit Alufolie ein, um Störungen vorzubeugen. In den beiden Rümpfen erkennt man die Motoren und den Direktantrieb. Die Lüsterklemmen dienen der Stromübertragung ins Oberdeck (wenn dieses aufgesetzt ist).

Die Stromversorgung wird von 6 1.2V-Mignon-Akkus mit 2 Ah gewährleistet. Sie sitzen weit vorne in den Rümpfen und sind über den Passagierbereich zugänglich. Hier erkennt man auch die Beleuchtung mit den LEDs.